Endometriose – die verkannte Frauenkrankheit

Endometriose – die verkannte Frauenkrankheit

13/03/2018
Menstruationsbedingte Bauchschmerzen waren lange Zeit ein Tabuthema, das von Ärzten oft verharmlost wurde.
Dabei soll jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter, insbesondere vor dem 30. Lebensjahr, von Endometriose – einer chronischen gynäkologischen Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut – betroffen sein.
Diese Krankheit, die lange Zeit unterschätzt und spät diagnostiziert wurde (durchschnittlich 7 Jahre später), kann heutzutage dank neuen bildgebenden Verfahren frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden.
Was bedeutet Endometriose?
Das Endometrium (Gebärmutterschleimhaut) ist die Schleimhaut, welche die Gebärmutter auskleidet und die jeden Monat dicker wird, um im Falle einer Befruchtung einen Embryo aufzunehmen; wenn es nicht zur Befruchtung kommt, wird ein Teil dieser Schleimhaut entfernt und beginnt zu bluten; das wird Menstruation genannt.
Bei der Endometriose gelangen endometriale Zellen durch die Eileiter in die Beckenhöhle, wo sie sich dann auf anderen Organen wie Eierstöcken, Bauchfell, Darm, Scheide, Harnblase und Enddarm ansiedeln. Diese Schädigungen, die Verklebungen zwischen den Organen hervorrufen, reagieren monatlich auf die Hormone des Menstruationszyklus und beginnen in der Beckenhöhle zu bluten, was zu starken Schmerzen und Entzündungen führt.
Diese chronische, hormonell bedingte Erkrankung soll verschiedene Ursachen haben: In erster Linie soll es sich um genetische und umweltbedingte Faktoren handeln, aber auch um das Hormon- sowie das Immunsystem.
Wie erkenne ich die Symptome und wann sollte ich mich beraten lassen?
Die Endometriose führt vor allem während und nach der Menstruation zu sehr starken Schmerzen im Unterbauch.
Wenn ein Teenager oder eine Frau unter 30 Jahren schwere chronische Beckenschmerzen hat, die sehr hartnäckig sind, denen mit Schmerzmitteln nicht abgeholfen werden kann und die sie dazu zwingen, sich hinzulegen, kann das auf Endometriose hinweisen.
Die beschriebenen Schmerzen können auch beim Wasserlassen und beim Stuhlgang auftreten.
Die Endometriose ist auch durch Schmerzen während und unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr gekennzeichnet.
Zudem ist sie mit chronischer Müdigkeit verbunden.
Schliesslich ist die Endometriose eine der Hauptursachen für Unfruchtbarkeit.
Wie kann sie diagnostiziert werden?
Angesichts dieser schmerzhaften und polymorphen Symptomatik ist es wichtig, den Gynäkologen schnell zu konsultieren, denn die Diagnose ist schwierig und erfordert klinisches und radiologisches Fachwissen, um einen diagnostischen Irrtum zu vermeiden.
Die klinische Untersuchung ist begrenzt, wobei spezifische Fragen und Beckenberührung als Anhaltspunkte dienen können.
Die Untersuchung wird durch eine Ultraschalluntersuchung mit einer schmerzfreien Sonde ergänzt.
Die MRT (Magnetresonanztomografie) des Beckens bietet sich trotz höherer Kosten als Alternative zur ersten, prätherapeutischen Beurteilung der symptomatischen Becken-Endometriose an. Sie ermöglicht eine vollständige und präzise Beurteilung von Eierstockschäden und betroffenen Stellen, die tiefer liegen.

Becken-MRT, Sagittalebene

Fibrose im Scheidenkanal

 

Wie kann sie behandelt werden?

Die Behandlung, die nie endgültig ist, beinhaltet eine Nachsorge bis zur Menopause.

Bei den leichteren Formen der Krankheit (80% der Fälle) besteht sie aus der Einnahme von Hormonen, um die Blutungen zu stoppen, und aus Schmerzmitteln.

In einem fortgeschrittenen Stadium (20% der Fälle) kann die Behandlung chirurgischer Natur sein, um tiefe Beckenverletzungen mit neuen, minimalinvasiven Techniken zu behandeln.

Es ist wichtig, das Bewusstsein für die noch wenig bekannte Endometriose in der breiten Öffentlichkeit zu schärfen und Forschungsarbeiten wie das europäische Endodiag-Projekt durchzuführen, das darauf abzielt, einen Bluttest für eine frühere Diagnose zu erhalten.

Ein paar Worte über Doktor Arnaud Grégoire, Facharzt FMH für medizinische Radiologie und Röntgendiagnostik, der dieses Thema entwickelt hat.

Seine Fachgebiete sind: Mammografie, onkologische Bildgebung, Prostata-Bildgebung, Virtuelle Koloskopie, arterielle und venöse Ultraschall-Bildgebung, urologische Bildgebung, Muskel-Skelett-Bildgebung, HNO-Bildgebung, interventionelle Bildgebung: Biopsie/Punktion einschliesslich Brustbiopsie, periphere sowie Rückenmarksinfiltration (Lenden- und Halswirbelsäule), Punktion und Drainage.

Universitätsstudium: Brustbildgebung, Sportbildgebung, HNO-Bildgebung, MRT in der klinischen Praxis und Europäisches Diplom in MRT, Kardiovaskuläre Schnittbildgebung.

Dissertation im Bereich Medizin: Überwachung von Kehlkopfkrebs mittels CT-Scan. Master-Abschluss in Humanbiologie.

Über Affidea

Affidea (affidea. ch) ist in der medizinischen Diagnostik in 16 europäischen Ländern führend. Die Gruppe ist seit 2007 in der Schweiz präsent und verfügt über 10 Diagnosezentren in den Kantonen Freiburg, Wallis und Genf.

Affidea gehört zu den Trusts und Fonds der Familie Bertarelli, die von Waypoint Capital verwaltet werden (www.waypointcapital.net).

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: Caroline Büchler, Project Manager Kommunikation

P: +41 79 346 90 38

Wir bieten schnellen Zugang zu Untersuchungen in der Region Freiburg, Genf und Wallis..

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